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Warum sollte man 700 km fahren um Hamlet in 70mm zu sehen?

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Von: Ulrich Rostek, Germany Date: 17.08.2013
Dabeisein oder nicht, das ist hier die Frage. Bild von Ulrich Rostek

Ich las es auf "in70mm.com" – wo auch sonst? Kenneth Branaghs „Hamlet“ sollte in Schloss Kronborg aufgeführt werden, dem Ort, an dem Shakespeares Drama ursprünglich spielt. Das ganze sollte in 70 mm und 6-Kanal-Magnetton gezeigt werden, also perfekt geeignet, um ein wortgewaltiges Shakespeare-Drama wiederzugeben.

So ein Ereignis würde es so schnell nicht wieder geben. Aber für mich als ein Kind des Ruhrgebiets liegt Helsingör nicht gerade um die Ecke. Würde sich eine Fahrt von über 700 km lohnen nur für einen Film? Anderseits mag ich Kenneth Branagh als Schauspieler und Regisseur und der All-Star-Cast von "Hamlet" ist wirklich ein Leckerbissen. Leider hatte ich den Film seinerzeit im Kino verpaßt und als der Film in Karlsruhe bzw. Bradford gezeigt wurde, gehörte ich noch nicht zum Geheimbund der abgebrühten 70mm Fans. Und keine DVD- oder BluRay-Ausgabe kann einer echten 70-mm-Projektion das Wasser reichen. Also warum nicht einen Kurzurlaub in Dänemark, bislang eher ein weißer Fleck auf meiner Reiselandkarte, mit einem aussergewöhnlichen Filmereignis kombinieren. So entschloss ich mich zu einem Kurztrip nach Helsingör, gefolgt von einigen Tagen in Kopenhagen.
 
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Das Publikum wartet gespannt. Bild von Ulrich Rostek

Schloss Kronborg liegt direkt bei der Stadt Helsingör am Westufer des Öresunds - dort, wo der Sund seine engste Stelle hat und nur etwa 3 km das dänische vom schwedischen Ufer trennen. Das quadratisch um einen Innenhof erbaute Renaissanceschloss ist von starken sternförmigen Schanzen und Befestigungsanlagen umgeben. Im Innenhof waren die große Leinwand und die Bestuhlung für das Open-Air-Spektakel bereits installiert.

Passend zu der eher düsteren Atmosphäre des Dramas wandelte sich der Himmel in ein bleiernes Grau und ein heftiges Gewitter ging über Helsingborg auf der schwedischen Seite nieder.

In der Zwischenzeit sickerte das Publikum so nach und nach ein und die DP75 Maschine wurde – penibel überwacht von "Mr. In 70mm" Thomas Hauerslev – durchgecheckt. Nachdem die passende Projektionslinse montiert und das 70mm breite Filmband im Strahlengang justiert worden war, konnte es losgehen.

Nachdem die Abendsonne hinter dicken Wolken und schließlich hinterm Horizont verschwunden war, setzte sich die schwere Projektionsmaschine in Bewegung und ließ die Leinwand in gestochen scharfen und kontrastreich farbbrillianten 70-mm-Bildern erleuchten. Der kraftvolle Raumklang von 6 Magnettonspuren wurde leise untermalt durch das beharrliche Knattern des Projektors.
 
 
Es werde Licht. Orla Nielsen an der DP75. Bild von Ulrich Rostek

Die Schauspielerriege, angeführt von Kenneth Branagh und Kate Winslet über Derek Jacobi und Julie Christie bis hin zu Jack Lemmon in einer Nebenrolle spielt einfach brilliant. Selbst der altgediente 70-mm-Veteran Charlton Heston darf hier als Anführer einer Schauspielertruppe Shakespeare deklamieren.

Der besondere Reiz des Abends lag aber darin, den Film an eben dem Ort zu erleben, an dem das Drama sich tatsächlich zugetragen haben soll. Zwar wurde die Handlung irgendwie auf den Beginn des 19. Jahrhunderts verlegt und auch die Außenaufnahmen stammen nicht von Schloss Kronborg, aber die reine Vorstellung, all das auf der Leinwand gesehene hätte sich hinter den Gemäuern zur rechten und zur linken abgespielt, ließen einen wohligen Schauer aufkommen.

Als besonderes Extra wurden wir mit einer außerplanmäßigen Pause überrascht. Ein heftiger Regenschauer ließ es ratsam erscheinen, den Film kurzzeitig zu unterbrechen. An dieser Stelle großes Lob an das Hamletscenen-Team. Ruhig und ohne Hektik geleiteten die jungen Leute das durchnässte Publikum ins trockene innere des Schlosses und führten es nach Abklingen des Regens ebenso entspannt wieder zurück, nachdem in Windeseile sämtliche Sitze mit Massen von Handtüchern trocken gerieben wurden. Ein gutes Beispiel dafür, wie reibungslos eine solche Aktion bei guter Vorbereitung erfolgen kann.

Vier Stunden Film bei Wind und Wetter sind schon ein hartes Stück Arbeit. Aber Filmbegeisterung hat etwas mit Leidenschaft zu tun. Wir sind schließlich nicht zum Vergnügen hier.
 
 
   
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Updated 22-12-16