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Wolfram Hannemann: 70mm Film Introductions
Schauburg's 15th Todd-AO 70mm festival, Karlsruhe, Germany

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Feature film text by: Wolfram Hannemann, Korntal, GermanyDate: 06.10.2019
Wolfram Hannemann

Von Feinripp bis hin zum eleganten Abendkleid – das 15. 70mm Todd-AO Filmfestival, zu dem ich Sie ganz herzlich willkommen heisse, bietet Ihnen die vermutlich teuerste Modenschau der Welt, Ob nun Audrey Hepburn, die vom einfachen Blumenmädchen zur vorzüglich gekleideten jungen Dame mutiert, oder Bruce Willis, der barfuß und im Unterhemd Terroristen das Leben schwer macht, ob Dean Martin als fremdgehender Flugkapitän in Uniform oder George Kennedy als zigarrenrauchender Cheftechniker im Overall – sie alle versammeln sich an diesem Wochenende auf der gekrümmten Cinerama-Bildwand hinter mir und stimmen ein in das Hohelied der klassischen Filmvorführkunst, die Sie bis Sonntagabend in Atem halten wird. Wir dürfen staunen über die grandiosen Steilküsten Irlands, über die ausladenden und in Schwarzweiß flirrenden Straßenzüge von Mexico-Stadt, über die gigantischen Sandwürmer in den Dünen einer Wüste, über einen zum Sklavenhändler werdenden Schafhirten, über die exquisite Garderobe beim Pferderennen in Ascot, um nur einige der Attraktionen zu nennen. All das vorgeführt mit überwiegend historischen, 70mm breiten Filmkopien von einem Team, das an diesem Wochenende das zelebrieren wird, was nur noch selten zu finden ist: Showmanship.

Wer mich noch nicht kennt: mein Name ist Wolfram Hannemann, ich bin Filmjournalist und Filmemacher und werde Ihnen an diesem Wochenende gemeinsam mit Udo Heimansberg die Filme mit kurzen Einführungen etwas näher bringen. Das passiert dann auf Deutsch und auf Englisch oder besser: auf Schwäbisch und auf Schwenglisch.

Ladies and Gentlemen, welcome to the 15. edition of the annual 70mm Todd-AO film festival here at the Schauburg Cinerama theatre in Karlsruhe. Lots of excitement is coming its way this weekend – and it will all happen on the curved screen behind the red curtain. Joe Patroni will do everything humanly possible to prevent an airplane crash while John McLane tries do die as hard as he can: Eliza Doolittle does her best to get it all pronounced correctly while lovely Rosy gets involved with a Major; Francisco Manoel da Silva is becoming Cobra Verde while Captain Benjamin L. Willard gets lost in the jungle. All this painted with light and color by some of the greatest names in cinematography, like Freddie Young, Vittorio Storaro or Harry Stradling Sr. And all presented with authentic 70mm prints, some of which will be color faded, but still carry the 6-track magnetic stereophonic sound. And if that wouldn’t be enough already we will be treated once again to delicious food as provided by Schauburg’s catering team throughout the festival.

My name is Wolfram Hannemann, I am a film journalist and filmmaker from Stuttgart, Germany, and I will be one of the guys telling you a little bit about each film prior to their screening. I will do this both in German and - what I call - English. So please forgive my Swabian accent, you will get used to it.
 
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Filmtheater Schauburg
Att: Herbert Born
Marienstraße 16
76137 Karlsruhe
Germany

Wolfram Hannemann
Talstr. 11
70825  Korntal
Germany

Fon: +49 (0) 711 832188
Fax: +49 (0) 711 8380518
 

Cobra Verde

 
Als „Cobra Verde“ 1987 in die Kinos kam, polarisierte der Film sowohl die Meinungen der Filmkritiker als auch des Publikums, wobei er bei Ersteren zumeist eher schlechte Bewertungen erhielt. Hellmuth Karasek bezeichnete den Film im „Spiegel“ als „ein schmutziges Stück Männerphantasie, ein klappriges Herrenmenschentum, geritten auf der Mähre Kinski“. Der Film ist, wie Werner Herzog selbst sagt, „nicht politisch korrekt“, zeigt aber einen sonst in Filmen üblicherweise nicht behandelten Aspekt der Sklaverei, nämlich, dass es in Afrika schwarze Herrscher gab, die Schwarze an Weiße verkauften.

Die in Brasilien spielenden Teile des Films wurden in der Nähe von Cali, in La Guajira und im Städtchen Villa de Leyva in Kolumbien gedreht, die afrikanischen Szenen in Ghana. Das im Film im Mittelpunkt stehende Sklavenfort steht eigentlich in Elmina. Der Königspalast von Abume wurde eigens für den Film etwa zehn Kilometer außerhalb von Tamale aus Lehm und Gips aufgebaut. In seinem Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“ äußert sich Herzog auch zu „Cobra Verde“. Herzog selbst sah den Film als ein Werk, das ihm auf gewisse Weise selbst „fremd geblieben“ sei. Sein Eindruck war, dass Kinski geistig bereits bei seinem Traumprojekt „Kinski Paganini“ gewesen sei und dieser Umstand seine Darbietung bereits unterschwellig beeinflusst habe. Nach eigenem Bekunden versuchte Herzog, im Film „eine echte physische Lebendigkeit“ zu erzeugen.

„Cobra Verde“ war nach „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu – Phantom der Nacht“, „Woyzeck“ und „Fitzcarraldo“ die fünfte und damit letzte Zusammenarbeit zwischen Herzog und Kinksi.

Die Beziehung Kinskis zu Werner Herzog ist nicht immer eindeutig. Vor allem Kinski äußerte sich mehrmals sehr herablassend und abwertend über den Regisseur. Andererseits gestand er oft auch eine Art Sympathie und eine gewisse professionelle Freundschaft zu Herzog. Herzog selbst hält sich in der Öffentlichkeit eher bedeckt zum Thema Reibereien mit Kinski. Man hörte ihn bisweilen gar vom „Weltwunder Kinski" reden, was wohl nur aus dem Grund geschah, um schlechte Publicity zu vermeiden. Als guter Regisseur konnte er es sich auch nicht erlauben, sich mit Kinski zu verscherzen. Er war aber wahrscheinlich auch der Einzige seiner Zunft, der sich nicht jede seiner selbstgeschriebenen Szenen von Kinski „umarbeiten" ließ. Deswegen kann man die Beziehung der beiden nicht treffender als mit dem Begriff „Haßliebe" umschreiben. Ihr ist es zu verdanken, daß man Kinski nicht nur bei Kurzauftritten in Trash-Filmchen bewundern kann, sondern auch in anspruchsvollem Kino, in Hauptrollen, die ihm auch heute noch ebenbürtig scheinen.

Herzog selbst erzählte in einem Interview, dass ihm die Ureinwohner, mit denen er „Fitzcarraldo“ drehte, angeboten hätten, Klaus Kinski zu töten, wenn er nicht aufhöre am Set herumzuschreien. „Dieses Angebot war sehr ernst gemeint. Ich hätte bloß nicken müssen, dann wäre Kinski allenfalls in einem Sarg nach Deutschland zurückgekehrt. Das Interessante daran war, dass die Leute im Dschungel, unglaublich stille Menschen, eher dazu bereit waren, einen Mord zu begehen, als ständiges Geschrei zu ertragen. Ein Impuls, den sicher auch viele Menschen in der sogenannten zivilisierten Welt in sich tragen, wenn Sie irgendwo im Zug sitzen und jemand zu laut telefoniert. Da wird der Impuls allerdings nicht in die Tat umgesetzt.“

Bei den bayerischen Filmpreisen wurde „Cobra Verde“ 1988 mit dem Produzentenpreis sowie mit dem Preis für die beste Tongestaltung, Milan Bor, ausgezeichnet.
 
 
Werner Herzog was born in Munich on September 5, 1942, and raised by his mother in the Bavarian village of Sachrang, near the Austrian border. The family moved to Munich in the 1950s, where Herzog would make his first brief encounter with actor Klaus Kinski, who would later perform leading roles in the director’s important films. After a brief study of German language and literature, history and theater, Herzog shot his first short films as an autodidact. In 1968 he was awarded the „Deutsche Filmpreis“, as well as the Silver Bear at the Berlin International Film Festival for his feature film debut „Lebenszeichen (Signs of Life)“. Films like „Aguirre: The Wrath of God“ from 1972 solidified Herzog’s reputation as a writer-filmmaker and were also successful internationally. In addition, „Aguirre“ was the first of five films which he made with Klaus Kinski. Herzog has also filmed numerous documentaries, and moreover, he has been active as an opera director since 1986.

„Cobra Verde“ from 1987 was the last film that Werner Herzog would make with Klaus Kinski. Their now legendary personality conflict peaked during the making of the film. The cast and crew were continually plagued by Kinski's wrath, most famously culminating in the film's original cinematographer Thomas Mauch walking out on the project after a verbal abuse from Kinski. Herzog was forced to replace Mauch with the late Viktor Růžička.

Herzog's opinions of Kinski are deeply explored in his 1999 documentary retrospective, „My Best Fiend“, where he examines their unique friendship, the associated hatred, and the legacy that both qualities were responsible for.

„Cobra Verde“ was shot on 35mm film framed at 1.85:1 and then blown up to a full 2.2:1 aspect ratio for 70mm presentation. The print you are going to see is in full color and features 6-track Dolby Stereo magnetic sound which was mixed by Milan Bor at Bavaria studios in Munich.
 
 

Cry Freedom

 
„Cry Freedom – Schrei nach Freiheit“ ist der siebte von insgesamt 12 Filmen, bei denen Sir Richard Attenborough Regie führte. Er basiert auf zwei Büchern von Donald Woods, der im Film von Kevin Kline gespielt wird, nämlich „Biko" (1978) und „Asking for Trouble: The Autobiography of a Banned Journalist" (1981), und erzählt eine wahre Geschichte, die sich Ende der 1970er-Jahre unter dem Apartheids-Regime in Südafrika zugetragen hat. Im Mittelpunkt stehen der von Denzel Washington gespielte schwarze Aktivist Steve Biko und sein Freund, der Journalist Donald Woods. Das von John Briley verfasste Drehbuch thematisiert Diskriminierung, politische Korruption und die Auswirkungen von Gewalt.

Lew Wasserman, Chef von MCA/Universal, soll zu Attenborough gesagt haben „Du kannst das Regal mit Deinen Oscars für „Ghandi“ schon mal leeräumen!“, weil er überzeugt war, dass „Cry Freedom“ bei den Oscars abräumen würde. In der Tat war die Resonanz auf Testvorführungen des Films extrem positiv und ließ hoffen. Doch leider erwies sich der Film an den amerikanischen Kinokassen als ein Desaster und ging auch bei den Oscars leer aus. Er erhielt lediglich Nominierungen in den Kategorien „Bester Nebendarsteller – Denzel Washington“, „Bester Song – George Fenton und Jonas Gwangwa“ sowie „Beste Filmmusik – George Fenton“.

Seinen Komponisten hatte Attenborough bei diesem Projekt von Anfang an mit im Boot, hatte der doch schon bei seinem Magnum Opus „Ghandi“ als Komponist der Orchestermusik mitgewirkt. Als Attenborough George Fenton den ersten Rohschnitt seines Films zeigte, hatte der die spontane Idee, einen afrikanischen Komponisten hinzuzuziehen. So kam Jonas Gwangwa mit an Bord. Den von Fenton und Gwangwa gemeinsam entwickelten Score bezeichnet Attenborough in den Liner Notes auf der Soundtrack CD als den besten Score, den George Fenton je für einen Film komponiert hätte. Womit er Recht hat. Denn ich kann mich noch sehr gut an jenen Moment erinnern, als ich die Musik zum ersten Mal hörte. Das war an einem Samstagabend im Jahre 1987 im Londoner „Empire“-Kino, wo ich „Cry Freedom“ in einer Spätvorstellung im 70mm-Format erleben durfte. Gleich am Anfang des Films setzt die Musik mit einer solch unglaublichen Wucht ein, dass mir fast der Atem stehen blieb! Ich bin jetzt schon gespannt, ob das 32 Jahre später noch immer dieselbe Wirkung auf mich hat!

Die 70mm-Kopie, die wir Ihnen heute zeigen, hat den englischen Originalton im 6-Kanal Dolby Stereo Magnetton-Format und bietet zusätzlich deutsche Untertitel.
 
 
„Cry Freedom“ is a 1987 British-South African epic drama film directed by Richard Attenborough, set in late-1970s apartheid era South Africa. It centres on the real-life events involving black activist Steve Biko and his friend Donald Woods, who initially finds him destructive, and attempts to understand his way of life. „Cry Freedom“ delves into the ideas of discrimination, political corruption, and the repercussions of violence.

The filmmakers intended to shoot in South Africa as early as October 1986, with permission from select prominent figures, including Oliver Tambo and Winnie Mandela. After interviewing Mandela, the chief production crew was tailed around by the South African gestapo all the time, and was forced to leave South Africa. Also, the South African Broadcasting Corporation (SABC) deliberately misinterpreted Attenborough's decision to shoot the movie in October, and instead broadcast the „news" of his starting a revolution sponsored by Russia. Subsequently the movie was filmed in Zimbabwe, rather than South Africa. Other filming locations included Kenya, as well as film studios in Shepperton and Middlesex, England.

Denzel Washington was cast as Steve Biko after Attenborough saw him in an episode of the TV series „St. Elsewhere“ (1982).

Ronnie Taylor, the brilliant and much-respected English camera operator and cinematographer who died aged 93 last year, came on board as Director of Photography after having worked with Attenborough on both „Ghandi“ (together with Billy Williams) and „A Chorus Line“. Despite the fact that it was filmed in Super 35, „Filmed in Panavision" is listed in the end credits, a naming convention originally only intended for – as we all know – anamorphically shot films.

Interestingly, South African authorities unexpectedly allowed the film to be screened in cinemas without cuts or restrictions, despite the publication of Biko's writings being banned at the time of its release.

According to some sources this movie is often shown in two eighty-minute parts, allowing for a convenient intermission in theaters. However, we are showing the film as Dick Attenborough intended it to be shown: without an intermission and in 70mm on the big curved screen.
 
 

Die Hard

 
Herzlich willkommen zu unserer „Late Night Show“ in der Kategorie „Best of Feinripp“.

Denn als „Stirb langsam“ 1988 weltweit die Kinos eroberte, löste der Film einen vollkommen neuen Modetrend aus. Und ich meine damit nicht etwa die Struktur des Films, der die Spannungsschraube kontinuierlich von der ersten bis zur letzten Minute anzieht und den Zuschauer fast atemlos in den Kinosessel drückt. Vielmehr meine ich damit das Outfit, in dem sich Bruce Willis alias Officer John McClane präsentiert: ein knallharter Held im Feinripp-Hemd.

Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal eine Einführung zu „Stirb langsam“ geben durfte, war das im National Media Museum in Bradford, England, wo der Film in seiner englischen Originalfassung gezeigt wurde. Während der Vorbereitungen damals wurde mir auch sofort klar, warum man gerade mich damit beauftragt hatte: bei den Terroristen im Film handelt es sich allesamt um Deutsche! Vermutlich fanden das die zu schwarzem Humor neigenden Briten besonders lustig. Ich übrigens auch. Und da wären wir schon bei einem eklatanten Unterschied zwischen der englischen Originalfassung und der deutschen Synchronfassung, die wir heute Abend sehen bzw. hören werden: in der deutschen Fassung hat man aus den deutschen Terroristen internationale Terroristen gemacht. So wurde aus dem von Alan Rickman gespielten „Hans Gruber“ ein „Jack Gruber“, aus „Karl“ wurde „Charlie“ und „Heinrich“ wurde „Henry“ getauft. Und noch eine kleine Änderung wurde in die deutsche Fassung eingebracht, die gleichzeitig auch zum Leitspruch aller „Stirb langsam“-Filme wurde: aus „Yipee-ki-yay, motherfucker!" wurde „Yipiiee Ya Yeah, Schweinebacke!"

Chefkameramann war Jan de Bont, der später selbst bei Filmen Regie führte, wie etwa „Twister“ oder „Speed“. Der Film wurde überwiegend in 35mm Panavision aufgenommen, mit Ausnahme der visuellen Effekte, die bei Boss Film auf 65mm Negativ gebannt wurden.
 
 
„Die Hard“ reunited the team that made the 1987 box office success „Predator“ starring Arnold Schwarzenegger: director John McTiernan and producers Lawrence Gordon and Joel Silver. It is based on a novel by Roderick Thorpe titled „Nothing lasts forever“. Which certainly proves right for the biggest star in the movie: the brand new 34-storey Fox Plaza office tower in Los Angeles' Century City, portraying the fictional Nakatomi Building in the film. Oh yes – we have another big star in the movie: Bruce Willis. He was the key to director John McTiernan's vision of the film. Willis would repeat his role of New York police officer John McClane in all three sequels to „Die Hard“.

Originally John McClane was to be played by Richard Gere. But he turned it down. The producers really took a risk by casting Bruce Willis as the action hero because at that time none of Willis‘ films did big business, like Blake Edwards‘ „Blind Date“. And yet another Blake Edwards film starring Willis, „Sunset“, had yet to be seen by the public. Nevertheless Willis asked for five million dollars and Fox agreed. As post-production neared completion in the late spring and early summer of 1988, bad reaction to the film’s trailer caused anxiety for the filmmakers. The audience apparently couldn’t buy Bruce Willis as an action hero and a new advertising campaign commenced leaving the star out! To make matters worse „Sunset“ opened to bad reviews and zero business. The studio panicked! Suddenly the film was sold as a building in jeopardy. Well – the rest is history.

„Die Hard“ opened July 15, 1988, and true to its word, blew audiences through the back wall of the theatre, grossing nearly 80 million dollars in the process. So the big screen had its new action hero – Bruce Willis.

The music score for „Die Hard“ was composed by Michael Kamen who had to write it under enormous pressure. In the end much of his music was reassigned to different parts of the film. So a large slice of the music is not exactly where it was supposed to be, with many scenes using repeated cues looped and tracked from all over the place. There are even cues by other composers included, like an unused track from James Horner’s „Aliens“ as well as a cue from John Scott’s score for „Man On Fire“.

Regarding special effects, John McTiernan approached visual effects producer Richard Edlund whose credits include amongst many others „Poltergeist“ and „Raiders of the Lost Ark“. While many of the film's pyrotechnical displays were created on set, some of the most complex sequences were achieved through the use of miniature explosions and scale models, like the scene – Attention: spoiler! - where the top of the Nakatomi building blows off and destroys two helicopters in its wake.


Wir zeigen die deutsche Synchronfassung im 70mm-Format und mit 6-Kanal Dolby Stereo Magnetton.

Und jetzt viel Spaß mit Feinripp und Kanone!
 
 

Dune

 
Frank Herberts „Dune“-Romanvorlage, 1965 mit Band eins einer Hexalogie als Saga gestartet, umfasste vor Drehstart bereits vier Bücher mit tausenden Seiten. Bevor David Lynch sich ans Werk machte, hatten sich in den Siebzigern schon Regisseur Alejandro Jodorowsky und Artdesigner HR Giger die Zähne am „Wüstenplanet“ ausgebissen, die Dreharbeiten (mit Salvador Dalí als Hauptdarsteller!) wurden nie begonnen. Für Jahre sollte „Dune“ als unverfilmbar gelten.

Autor Frank Herbert sagte einmal, dass der Film „Lawrence von Arabien“ einer der Einflüsse für seinen Roman war. Diesem Umstand war es vermutlich geschuldet, dass man zunächst David Lean als Regisseur für „Dune“ gewinnen wollte. Der lehnte das Angebot allerdings ab, worauf die Produktion Ridley Scott den Regiestuhl anbot. Scott wollte eigentlich so schnell wie möglich mit dem Film beginnen, doch die Vorproduktion war noch nicht so weit und das Projekt verzögerte sich viel zu lange. Als Scotts älterer Bruder überraschend verstarb, verließ er die Produktion und wandte sich einem anderen Projekt zu, das bereits in den Startlöchern stand: „Blade Runner“. Jetzt boten die Produzenten David Lynch die Regie für „Dune“ an. Lynch sagte zu und schlug gleichzeitig das Angebot aus, bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ Regie zu führen, indem er zu George Lucas sagte „Das ist Dein Ding, nicht meins!“.

Für Lynch stellte sich die Arbeit an „Dune“ jedoch als Alptraum heraus. Ursprünglich sollte er noch zwei Fortsetzungen realisieren, doch er bezeichnet diesen Film inzwischen als den einzig großen Fehler seiner Karriere und weigert sich seither beharrlich, detailliert darüber zu sprechen und lehnt auch sämtliche Angebote ab, an einer Special Edition DVD des Films zu arbeiten. Es sei für ihn viel zu schmerzhaft, sich noch einmal mit dem Film auseinandersetzen zu müssen.

Nicht ohne Grund wurde „Dune“ gerne als „Heaven's Gate“ der Science-Fiction-Filme bezeichnet, obgleich der Vergleich etwas hinkt. „Heaven's Gate“ kostete 40 Millionen Dollar und spielte nur eine Million Dollar ein. „Dune“ dagegen kostete 42 Millionen Dollar und erwirtschaftete immerhin 31 Millionen Dollar an der Kinokasse.

„„Dune“ ist ein gewaltiges, phantasievolles und kaltes Sci-Fi Epos, dem es an Tiefe fehlt. Visuell einzigartig und reich an Geschehen, hält David Lynchs Film zwar die Aufmerksamkeit durch ein Übermaß an oberflächlichen Attraktionen, schafft selbst aber nicht jene Faszination und Begeisterung zu wecken, die Frank Herberts Roman aus dem Jahr 1965 zu einem Klassiker seines Genres werden ließen.“, urteilte die Variety zum Kinostart 1984.

Wir zeigen Ihnen „Dune“ als Deutschlandpremiere im 70mm-Format mit 6-Kanal Dolby Stereo Magnetton
 
 
The total number of production crew on „Dune“ came to one thousand seven hundred. This movie required eighty sets built on sixteen soundstages. Two hundred workers spent two months hand-clearing three square miles of Mexican desert for location shooting. More than six years in the making, it required Writer and Director David Lynch's work for three and a half years.

As a result of its poor commercial and critical reception, all initial plans for sequels were cancelled. It was reported that David Lynch was working on the screenplay for "Dune Messiah", and was hired to direct a second and third "Dune" movie. In retrospect, Lynch acknowledged he should never have directed this movie. Despite being considered a financial flop, it is the David Lynch movie to make the most money in its initial box-office run, and the only one to break into the top five in its opening weekend (it was number two).

In 2006 Lynch said: „Dune“ I didn't have final cut on. It's the only film I've made where I didn't have. I didn't technically have final cut on „The Elephant Man“ (1980), but Mel Brooks gave it to me, and on „Dune“, I started selling out, even in the script phase, knowing I didn't have final cut, and I sold out, so it was a slow dying-the-death, and a terrible, terrible experience. I don't know how it happened, I trusted that it would work out, but it was very naive and, the wrong move. In those days, the maximum length they figured I could have is two hours and seventeen minutes, and that's what the film is, so they wouldn't lose a screening a day, so once again, it's money talking, and not for the film at all.“

Lynch, who has a cameo appearence as a radio operator, also disowned the extended television cut. He chose the name "Judas Booth" to appear as the screenwriter in this cut. This name is a combination of Judas Iscariot, the apostle that betrayed Jesus Christ, and John Wilkes Booth, Abraham Lincoln's killer. With this in-joke, Lynch meant that the studio betrayed him, and killed the movie. The director's credit is the usual in these cases, Alan Smithee.

While most critics were negative towards this movie, writer Harlan Ellison was of a different opinion at the time. In his 1989 book of movie criticism, "Harlan Ellison's Watching", he says that the forty-two million dollar production failed, because critics were denied screenings at the last minute after several re-schedules, a decision by Universal Pictures that, according to Ellison, made the movie community feel nervous and negative towards it before its release. Ellison eventually became one of the movie's few positive reviewers.

At the 1985 Academy Awards the film's sound crew - Bill Varney, Steve Maslow, Kevin O'Connell and Nelson Stoll - was nominated for „Best Sound“, but lost against „Amadeus“ in that year.

But let us now go forward in time: let's welcome the year 10191. So lean back and enjoy David Lynch's version of „Dune“ - in glorious 70mm and 6-track Dolby Stereo magnetic sound.
 
 

Roma

 
Director Alfonso Cuarón's statement for his film „Roma“ is as follows: „There are periods in history that scare societies and moments in life that transform us as individuals. Time and space constrain us, but they also define who we are, creating inexplicable bonds with others that flow with us at the same time and through the same places. „Roma“ is an attempt to capture the memory of events that I experienced almost fifty years ago. It is an exploration of Mexico's social hierarchy, where class and ethnicity have been perversely interwoven to this date and, above all, it's an intimate portrait of the women who raised me in a recognition of love as a mystery that transcends space, memory and time."

According to Cuarón, the significance of opening the movie with an airplane flying across the sky, reflected in a puddle of water, was to use the planes as a symbol of a transient situation and stating that there's a universe that is broader than the life that these characters have.

According to him, ninety percent of the scenes represented in the film are scenes taken out of his memory. The film is dedicated to „Libo“, Cuarón's real life nanny Liboria Rodriguez, when he was a child. He himself is portrayed in the film by Carlos Peralta as Paco.

While filming, Alfonso Cuarón was the only person on set to know the entire script and the direction of the film. Each day, before filming, the director would hand the lines to his cast, attempting to elicit real emotion and shock from his actors. Each actor would also receive contradictory directions and explanations, which meant that there was chaos on set every day. For Cuarón, „that's exactly what life is like: it's chaotic and you can't really plan how you'll react to a given situation."

„Roma“ is the first time that Alfonso Cuarón, who received an official cinematographer credit, became his own cinematographer on one of his own feature projects. Cuarón originally intended for the movie to be shot by Emmanuel Lubezki. Because of logistic reasons Lubezki couldn't proceed after he had already done some preparations. Also Cuarón didn't want to hire an English-language DP and have to translate his own experience, which is why he ended up as a cinematographer. From the moment he started thinking about the film, he was convinced that it had to be in black and white.

And so Alfonso Cuarón became the first person in Oscar history to be nominated for and to win the Academy Awards for both Best Director and Best Cinematography in the same year and for the same film. He received additional nominations for Best Original Screenplay and Best Picture of the Year as well.

As important as the black and white images in „Roma“ is the film’s sound design. Even the denseley described script for the film included descriptions of sounds. Guillermo del Toro, who is a vocal fan of „Roma“, shared his personal musings about „Roma" on his twitter account, one of which reads as follows: „Roma“ cyphers much of its filmic storytelling through image and sound. When viewed in a theatre, it has one of the most dynamic surround mixes. Subtle but precise.“. Those of you who had the opportunity listening to the film's immersive Dolby Atmos mix know what del Toro is talking about.

Many were mystified by Cuarón's decision to release this very cinematic film on Netflix. One of his primary reasons for doing this was because foreign language films do not usually get adequate distribution. By releasing it on Netflix, he knew „Roma“ would potentially play to its widest audience. And it is thanks to Netflix that we are able to present the film even in its widest form – in 70mm! Reportedly Netflix spent $25 million on „Roma“'s Oscar campaign which is more than „Roma“'s $15 million budget. With a budget that big it is no wonder Netflix could afford to order six of those prestigious 70mm prints, one of which you are going to see. According to information found on the internet „Roma“ was filmed in 65mm. However, it wasn't. Cuarón shot his film digitally with the Arri Alexa 65 and Hasselblad Prime 65 lenses, which is the digital equivalent for shooting on 65mm film stock. The 70mm prints were struck using a 4K digital intermediate and the sound was optimized to a 5.1 DTS mix using the Dolby Atmos master. You are going to see the original language version with English subtitles.
 
 
Mit „Roma“ ist nicht etwa die Ewige Stadt gemeint, sondern vielmehr jener Stadtteil von Mexico City, in dem Alfonso Cuaróns Drama aus dem Jahre 2018 spielt. Es ist ein sehr persönlicher Film und spiegelt viele Eindrücke wider, die der aus Mexico stammende Regisseur dort während seiner Kindheit Anfang der 1970er-Jahre erlebte.

Ich denke ich verrate jetzt nicht allzu viel, wenn ich erwähne, dass es im Film zwei Szenen gibt, die in einem Kino spielen. Die beiden Filme, die es da zu sehen gibt, sind die Louis de Funes Komödie „Drei Bruchpiloten in Paris“ (1966) und „Verschollen im Weltraum“ (1969). Als ich „Roma“ zum ersten Mal im Kino sah, war ich vollkommen irritiert, dass die Bilder, die in diesem Kino auf der Leinwand zu sehen sind, zwar korrekt im CinemaScope-Format projiziert werden, aber beide Filme in Schwarzweiß waren. Just als ich darüber zu sinnieren begann, ob eventuell in Mexiko zu jener Zeit aus Kostengründen nur Schwarzweißkopien an die Kinos ausgeliefert wurden, musste ich plötzlich anfangen zu lachen. Denn mir wurde bewusst, dass „Roma“ ja ein Schwarzweißfilm ist – ein kleines Detail, das ich aufgrund des immersiven Kinoerlebnisses komplett verdrängt hatte. So sehr war ich in die Geschichte versunken, die Alfonso Cuarón hier erzählt!

Bei dem Kino im Film handelt es sich übrigens um das Teatro Metropólitan, das damals noch Cine Metropólitan hieß, 1943 eröffnet wurde und im Jahre 1971, also jenem Jahr, in dem „Roma“ spielt, eine Kapazität von 3005 Sitzplätzen hatte. Ob dort auch 70mm gespielt wurde, konnte ich leider bislang nicht herausfinden.

Neben der Kameraarbeit, die dem Zuschauer wie durch ein Fenster eine Zeitreise ins Jahr 1971 in leuchtendem Schwarzweiß ermöglicht, sticht vor allem das ausgefeilte Sounddesign des Films hervor. Dafür arbeitete Cuarón mit dem ebenfalls aus Mexiko-Stadt stammenden Sergio Díaz zusammen. Zum Soundteam des Films gehörten zudem der für einen Oscar nominierte José Antonio García und als Re-Recording-Mixer der zweifache Primetime-Emmy-Gewinner Craig Henighan und Skip Lievsay, der ebenfalls für das Sounddesign zuständig war und mit Cuarón bereits für „Y Tu Mamá También“ und „Gravity“ zusammengearbeitet hatte, für den er 2014 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Im Rahmen der Golden Globe Awards 2019 wurde „Roma“ als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet, zudem Cuarón für die beste Regie. Bei der Oscarverleihung 2019 war „Roma“ neben „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ Favorit mit je zehn Oscarnominierungen, darunter bei beiden die für den besten Film und die beste Regie. Letztlich gewann der Film drei Oscars in den Kategorien beste Regie, bester fremdsprachiger Film und beste Kamera.

Erleben Sie nun also die Deutschlandpremiere der 70mm-Kopie von Alfonso Cuaróns „Roma“.
 
 

Apocalypse Now

 
In spring of 1974, Francis Ford Coppola discussed with friends and co-producers Fred Roos and Gray Frederickson the idea of producing „Apocalypse Now“ which was scripted by his friend John Milius. Coppola was determined to make the film and pressed ahead himself. He envisioned the film as a definitive statement on the nature of modern war, the difference between good and evil, and the impact of American society on the rest of the world.

In 1975, while promoting „The Godfather Part II“ in Australia, Coppola and his producers scouted possible locations for „Apocalypse Now“ in northern Queensland, that had jungle resembling Vietnam. He decided to make his film in the Philippines for its access to American military equipment and cheap labor. Production coordinator Fred Roos had already made two low-budget films there for Monte Hellman, and had friends and contacts in the country. Coppola spent the last few months of 1975 revising Milius's script and negotiating with United Artists to secure financing for the production.

Steve McQueen was Coppola's first choice to play Willard, but the actor did not accept because he did not want to leave America for seventeen weeks. Al Pacino was also offered the role, but he too did not want to be away for that long and was afraid of falling ill in the jungle as he had done in the Dominican Republic during the shooting of „The Godfather Part II“. Clint Eastwood, Jack Nicholson, Robert Redford, and James Caan were approached to play either Kurtz or Willard. Tommy Lee Jones, Keith Carradine, Nick Nolte, and Frederic Forrest were also considered for the role.

Coppola and Roos had been impressed by Martin Sheen's screen test for Michael in „The Godfather“ and he became their top choice to play Willard, but the actor had already accepted another project and Harvey Keitel was cast in the role based on his work in Martin Scorsese's „Mean Streets“. Principal photography began three weeks later. Within a few days, Coppola was unhappy with Harvey Keitel's take on Willard. The director took a plane back to Los Angeles and replaced Keitel with Martin Sheen.

Sound Designer Walter Murch had problems trying to make a stereo soundtrack for „Apocalypse Now“ because sound libraries had no stereo recordings of weapons. The sound material brought back from the Philippines was inadequate, because the small location crew lacked the time and resources to record jungle sounds and ambient noises. Murch and his crew fabricated the mood of the jungle on the soundtrack. „Apocalypse Now“ had novel sound techniques for a movie, as Murch insisted on recording the most up-to-date gunfire and employed the Dolby Stereo 70 mm Six Track system for the 70 mm release. This used two channels of sound from behind the audience as well as three channels of sound from behind the movie screen. The 35 mm release used the new Dolby Stereo optical stereo system, but due to the limitations of the technology at the time, this 35 mm release that played in the majority of theaters did not include any surround sound. In May 1979 at Cannes, Zoetrope technicians worked during the night before the screening to install additional speakers on the theater walls, to achieve Murch's 5.1 soundtrack.

On August 15, 1979 „Apocalypse Now“ was released in the U.S. in only 15 theaters equipped to play the Dolby Stereo 70mm prints with stereo surround sound.

We will present the film in its initial run version in 70mm. Unfortunately this print has faded colors. However it still has the German dubbed 6-track magnetic Dolby Stereo sound.
 
 
„Der Film handelt nicht über den Vietnamkrieg. Er ist Vietnam. Wir waren im Dschungel. Wir waren zu viele. Wir hatten Zugriff auf zu viel Geld, zu viel Ausrüstung – und nach und nach wurden wir wahnsinnig.“ So Regisseur Francis Ford Coppola in der Pressekonferenz im Anschluss an die Vorführung seines Vietnamfilms „Apocalype Now“ bei den Filmfestspielen von Cannes im Jahre 1979.

Die Dreharbeiten waren von legendären Schwierigkeiten begleitet; so wurde zum Beispiel das Set von einem Sturm fast vollständig zerstört. Hauptdarsteller Martin Sheen erlitt einen Herzinfarkt, weswegen einzelne Szenen ohne ihn gedreht werden mussten. Schließlich dauerten die Dreharbeiten 16 Monate, die Produktionskosten gingen über das Doppelte des ursprünglich vorgesehenen Budgets hinaus, weshalb Coppola einen großen Teil seines damaligen Privatvermögens in den Film stecken musste.

Francis Ford Coppola und Marlon Brando hatten im Verlauf der Dreharbeiten mehrere Auseinandersetzungen. Außerdem war Brando stark übergewichtig am Set erschienen und aus körperlicher Sicht ganz und gar nicht geeignet für die Rolle des Kurtz, da er in der Buchvorlage als dünner Mann beschrieben wird. Die Aufnahmen von Brando sind daher zumeist im Zwielicht oder fast völliger Dunkelheit entstanden, häufig ist nur sein Gesicht im Halbdunkel zu sehen. Diese Mittel verstärken die unheimliche Ausstrahlung des vermeintlich wahnsinnigen Kurtz. In ihrem Buch über die Dreharbeiten schreibt Coppolas Frau Eleanor jedoch, dass diese Stilmittel vor allem aus dem Wunsch des Regisseurs entstanden, das starke Übergewicht Brandos zu kaschieren.

Nicht kaschiert hat Coppola indes seinen eigenen Auftritt: in der 25. Filmminute erscheint er als Regisseur eines Teams von Kriegsberichterstattern und wiederholt mehrmals seine Aufforderung an die vorbeigehenden Soldaten, nicht in die Kamera zu schauen.

1979 kam „Apocalypse Now“ mit einer Spielzeit von 153 Minuten in die Kinos. 2001 erschien „Apocalypse Now: Redux“, die digitalisierte und 50 Minuten längere Version, die komplett neu geschnitten und um etliche, bisher ungezeigte Szenen ergänzt worden war und die wir im Rahmen des Technicolor-Filmfestivals im Mai hier in der Schauburg gezeigt haben. In diesem Jahr schließlich landete Coppolas „Apocalypse Now: Final Cut“ in den Kinos – länger als die Urfassung und kürzer als die „Redux“-Fassung, dafür mit State-of-the-Art Dolby Atmos Sound.

In der ursprünglichen Fassung des Films gab es keine Titelsequenz und auch keinen Abspann. Die Informationen sollten ausschließlich in einem ausgegebenen Programmheft verfügbar sein. Dies wurde jedoch für den Massenstart des Filmes geändert. Daraufhin wurde im Abspann die (durch Falschfarben und andere Effekte extrem verfremdete) Zerstörung von Kurtz’ Lager gezeigt. Diese Version wurde auch in deutschen Kinos gezeigt. Der Regisseur weist im Bonusmaterial der „Redux“-Version seines Films ausdrücklich darauf hin, dass diese Szene kein Ende, auch kein alternatives, darstellen soll. Auf Verlangen der philippinischen Regierung mussten die Filmbauten von Kurtz’ Basis nach Drehschluss zerstört werden. Coppola ließ die Zerstörung filmen und übernahm das Material verfremdet für den Abspann, begleitet mit der Musik der Doors mit dem Song The End. Als er feststellte, dass viele Zuschauer dies als einen von Willard angeforderten Bombenangriff auf die Dschungelbasis missverstanden, ließ er eine weitere Filmfassung herstellen, bei der der Abspann vor einem schwarzen Hintergrund lief. Einige noch in Umlauf befindliche Versionen des Films haben jedoch nach wie vor das ursprüngliche Ende. Lassen wir uns also überraschen, welche Version wir heute Abend zu sehen bekommen.

Die deutschsprachige Version, die wir Ihnen zeigen werden, entstand in den Studios der Interopa Film GmbH, Berlin unter der Synchronregie von Christian Rode nach dem Dialogbuch von Horst Balzer. Nun also der Film, der kein Film über Vietnam, sondern der Vietnam ist: „Apocalypse Now“.
 
 
  
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Updated 07-10-19